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Auch Darmstadt 98 setzt auf sam®

„Das Runde muss ins Eckige“ – diese Kernbotschaft des Fußballs kennen natürlich alle Zugehörigen beim Sportverein Darmstadt 98 e.V.. Die mehr oder weniger gelungene Umsetzung dieses Leitsatzes entscheidet auch bei den „Lilien“ über den sportlichen Erfolg. Doch dazu tragen nicht nur die Bemühungen der Kicker selbst an jedem Spieltag bei. Neben dem Trainer- und Betreuerstab gibt es noch eine Vielzahl weiterer Menschen, die durch ihre unterschiedlichen Tätigkeiten aktiv den Verein unterstützen.

Schießt zwar keine Tore, sorgt aber für verbesserte Arbeitssicherheit (nicht nur) bei den „Lilien“: Die Softwarelösung sam® von secova.

Auch diese Mitarbeiter müssen regelmäßig „trainiert“, d.h. geschult werden, um ihrer Arbeit optimal und sicher nachgehen zu können. Und dafür setzen die „Lilien“ nun auf die Unterstützung durch einen elektronischen „Coach“: Das Lösungssystem sam® des westfälischen Softwarespezialisten secova bietet zahlreiche Module – etwa für Unterweisungen, Gefährdungsbeurteilungen, Vorfall- oder Fremdfirmen-Management. Diese lassen sich je nach Bedarf individuell auswählen und zusammenstellen. Arbeitnehmer müssen laut Gesetz mindestens einmal jährlich zu allen für sie relevanten Themen geschult werden. Dies allein auf herkömmlichem Weg durchzuführen ist nicht nur sehr arbeits- und zeitaufwändig, sondern im Ergebnis oftmals auch nicht zufriedenstellend.

Die Null muss stehen – auf dem Platz und bei der Unfallvermeidung

„Die Null muss stehen!“ – diese Forderung machte einst den holländischen Erfolgstrainer Huub Stevens berühmt. Eine Vorgabe, die sich ebenfalls als Zielsetzung bei vielen Unternehmen in puncto Unfallvermeidung und Risikominimierung wiederfindet. Was auf dem Spielfeld selbst absoluten Top-Mannschaften nicht regelmäßig gelingt, ist in der Arbeitswelt mittlerweile zum Glück auch ohne großen Aufwand nahezu erreichbar. Je genauer Gefahrenpotential erkannt und erfasst wird, je besser den Mitarbeitern das für ihre Tätigkeiten und Arbeitsumgebungen relevante Wissen vermittelt werden kann, desto geringer ist das Vorfallrisiko. Umfassende, genau für den einzelnen Mitarbeiter passende Unterweisungen sind das beste Rezept, um mögliches Fehlverhalten zu vermeiden.

Doch wie lässt sich eine solche Wissensvermittlung tatsächlich und nachweislich erfolgreich erreichen? Hier greift die ausgeklügelte Wirksamkeitskontrolle von sam®: Sie überprüft innerhalb und am Ende der jeweiligen Schulung durch gezielte Fragen, ob die Mitarbeiter auch wirklich alle Inhalte verstanden haben. Da sich im möglichen Wiederholungsfall diese Kontrollfragen ändern, gelingt die richtige Beantwortung nur bei ausreichendem, korrektem Wissen.

Professionelles Lösungssystem sorgt auch bei Darmstadt 98 für optimal und umfassend informierte Mitarbeiter

Der Sportverein Darmstadt 98 setzt für seine Mitarbeiter daher nun ganz bewußt auf die Unterstützung durch das professionelle Lösungssystem sam®. Ob im administrativen Bereich oder rund um den Spiel- und Trainingsbetrieb – immer wieder gilt es, möglichst optimal und umfassend über die vielfältigen, immer wieder auch wechselnden Arbeitsschritte informiert zu sein. Denn: „Was zählt ist auf`m Platz“ – egal ob auf dem Spielfeld oder am Arbeitsplatz! Und da sam® aus verschiedenen, ideal miteinander zu kombinierenden Modulen besteht, können die „Lilien“ sich hier genau ihre „Wunschmannschaft“ Schritt für Schritt zusammenstellen.

Mit Fußballweisheiten und -taktiken ist es häufig wie bei Softwarelösungen: Es gibt zahlreiche – simple, aber auch sehr komplizierte. Viele helfen zumindest ein bisschen, manche auch etwas mehr. Doch was ist entscheidend für ihren Erfolg? Sie müssen leicht zu verstehehen und umzusetzen sein. Der „Kaiser Franz“ hat als Trainer seinen Mannen einst geraten „jetzt geht´s raus und spielt´s Fußball!“ Ungefähr diese Mentalität besitzt auch die EHS-Software sam®. Trotz umfangreicher und durchdachter Funktionalität ist ihre Anwendung ganz einfach – sie ist so leicht zu bedienen wie ein Geldautomat. Und das hat neben den „Lilien“ von Darmstadt 98 mittlerweile schon über 1.000.000 Nutzer überzeugt.

secova mit EHS-Lösungssystem sam® auf der A+A 2018

Welcher Weg führt Unternehmen tatsächlich zum Ziel, ihre zahlreichen Pflichten rund um das Thema Arbeitssicherheit leichter und effizienter zu erreichen? Wie gelingt es, dabei gleichzeitig sowohl den Wissensstand der Mitarbeiter als auch die eigene Rechtssicherheit nachweislich zu erhöhen? Die passenden Antworten dazu erhielten jetzt zahlreiche Besucher am Messestand des Softwarespezialisten secova auf der „kleinen“ A+A 2018 in Stuttgart. Dort konnten die Interessenten auch virtuell erfahren, wie sich mit der EHS-Software sam® der Wissensstand der Mitarbeiter signifikant verbessern lässt.

Auf der A+A 2018 in Stuttgart zeigte secova die vielfältigen Lösungsmöglichkeiten seiner EHS-Software sam®

Dabei sind die Anforderungen und Aufgaben in jedem Unternehmen unterschiedlich. Deshalb besteht sam® aus einzelnen Funktionsmodulen, die sich flexibel und passgenau den eigenen Bedürfnissen entsprechend zu einem individuellen Lösungssystem zusammenstellen lassen. Ob elektronische Unterweisungen oder Gefährdungsbeurteilungen, Gefahrstoff-, Vorfall-, Gesundheits-, Fremdfirmen-, Compliance- oder Ideenmanagement, Prüfbuch oder Mitarbeiterbefragungen – durch die unternehmensspezifische Auswahl fließen die einzelnen Bausteine dann zu einem maßgeschneiderten, ganzheitlichen Multifunktions-Werkzeug zusammen.

Über 10.000 Fachbesucher nutzten die Möglichkeit, sich an den drei Messetagen vom 23. bis 25. Oktober über die Angebote der rund 280 Aussteller zu informieren. Im Gegensatz zur „großen“ A+A alle zwei Jahre in Düsseldorf findet die weltweit wichtigste Fachmesse für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit in den geraden Jahreszahlen in kompakterer Form an wechselnden Orten statt. In Stuttgart erhielten Messebesucher dabei nicht nur einen Gesamtblick über aktuelle Lösungen und Produkte. Einige Anbieter zeigten auch ihre Ansätze und Vorstellungen darüber, wie das Thema Arbeitssicherheit zukünftig im digitalen Zeitalter angegangen werden könnte.

Fehlverhalten erwünscht beim VR-Modul

So stellte secova als Ergänzung zum bestehenden elektronischen System sam® sein neues VR-Modul vor. Mit VR (=Virtual Reality) lassen sich künstlich Gegebenheiten und Umgebungen „wie in echt“ erschaffen und so tatsächliche Abläufe wirklichkeitsnah simulieren. Das sam® VR-Modul ermöglicht es, dass Arbeitsprozesse und Tätigkeiten unter realitätsnahen Bedingungen erprobt, geschult und sogar weiter optimiert werden können.

„Wie in echt“ – das VR-Modul simuliert Arbeitsumgebungen und Tätigkeiten für erlebbare Schulungen

Interessierte hatten die Möglichkeit, am Messestand der secova einmal selbst eine VR-Schulung durchzuführen. Mithilfe einer VR-Brille gelangten sie in eine virtuelle Arbeitsumgebung. Ihr Auftrag: „Sicheres Abfüllen von entflammbaren Flüssigkeiten“. Fehlverhalten, dass in der Wirklichkeit fatale Folgen haben könnte, wird hier ganz bewußt erwünscht. Denn es macht die Folgen direkt erlebbar – eine sinnliche Erfahrung, die die korrekten Arbeitsabläufe deutlich nachhaltiger und bewußter trainieren kann als eine herkömmliche Schulung.

secova unterstreicht mit seinem VR-Modul nicht nur erneut seine technologische Führerschaft im Bereich Arbeitsschutzsoftware. Es ist ein zukunftsweisender zusätzlicher Baustein im sich kontinuierlich weiterentwickelnden EHS-Lösungssystem sam® mit dem andauernden Ziel, die Arbeitsschutz- und Arbeitssicherheitsprozesse in Unternehmen zu optimieren. Das Wichtigste aber bleibt, trotz aller Funktionsvielfalt: Die leichte Bedienbarkeit – so einfach wie bei einem Geldautomaten.

„Der Dozent im Rechner“ – sam® bei der Westfalen Gruppe

Die Wissensvermittlung bei den eigenen Mitarbeitern mit modernen Technologien zu unterstützen, dafür nutzt die Westfalen Gruppe die EHS-Softwarelösung sam®. Ob Unterweisungsthemen, Schulungen oder Sicherheitsvorschriften – alle relevanten Informationen können tätigkeitsbezogen individuell zugewiesen werden.

So erhält jeder im Unternehmen stets genau das, was seinen oder ihren Arbeitsplatz betrifft. Wann und wo die Mitarbeiter mit sam® arbeiten möchten, kann nahezu frei bestimmt werden. Benötigt wird dafür lediglich ein Internetzugang.

Wie die Westfalen Gruppe sam® bereits einsetzt und künftig zu nutzen plant, darüber informiert das Unternehmen seine Belegschaft in einem Artikel im eigenen Mitarbeitermagazin „Westfalen intern aktuell“ (Heft 76), den wir hier gerne wiedergeben:

 

Der Dozent im Rechner

Kompetenzen erweitern mit E-Learning

Lernen verändert sich. Auch in Unternehmen. Wo früher Seminarleiter Inhalte per Marker an einem Flipchart veranschaulichten, haben heute digitale Coaches auf Bildschirmen Einzug gehalten: Wissensvermittlung erfolgt per E-Learning. Das heißt, Lernprozesse werden durch den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien unterstützt. Die Westfalen Gruppe nutzt für diese virtuelle Bildung am Arbeitsplatz die Schulungs- und Dokumentationssoftware sam©.

 

Individuelle Unterweisungen

sam® weiß Bescheid: über Sicherheitsvorschriften, Compliance, Arbeitssicherheit und vieles mehr. Sogar Erste Hilfe kann er leisten. Allerdings nur virtuell. Sein ausgewähltes Wissen stellt der digitale Kollege all jenen zur Verfügung, die es beherrschen sollten. „Der Vorteil dieses selbstgesteuerten Lernens ist, dass es sich leicht in den Arbeitsalltag integrieren und durch die Kombination verschiedener Module individuell anpassen lässt“, erklärt Alexa Jurisch, Mitarbeiterin im Bereich Organisationsentwicklung der Personalabteilung. Denn welche Themen und Unterweisungen relevant oder gar gesetzlich vorgeschrieben sind, unterscheidet sich von Abteilung zu Abteilung, teils sogar von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz. Geschult wird tätigkeitsbezogen.

Immer up to date

Da sam® im Rahmen unserer internationalen Zusammenarbeit über das Thema Arbeitssicherheit und Vorschriften hinaus zum Beispiel auch zum schnellen parallelen Lernen im Vertrieb eingesetzt werden kann, wurde die Betreuung des E-Learning-Systems ab Juli in der Organisationsentwicklung der Personalabteilung der Westfalen Gruppe angesiedelt – die inhaltliche Gestaltung der Module liegt weiterhin bei den Fachbereichen.

Außerdem ist eine manuelle Schnittstelle zwischen sam® und SAP geplant. „Das gibt uns die Möglichkeit, Personalveränderungen zu berücksichtigen und damit immer up to date zu sein“, erläutert Jurisch.

 

Auch in Präsenztrainings kann sam® künftig zum Einsatz kommen (Foto: Westfalen AG, Münster).

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

„Darüber hinaus kann sam® aber noch viel mehr“, weiß Jurisch und sieht vielfältiges Einsatzpotenzial für die Unterweisungs- und Dokumentationssoftware. So soll diese künftig Präsenztrainings mit vorbereitenden und zusätzlichen Inhalten flankieren oder Produktschulungen abbilden. Auch die Auslandsgesellschaften der Westfalen Gruppe werden Zugang zu sam® bekommen. Und wer über seine Pflichtschulungen hinaus noch Lust hat, auf Wissensentdeckungsreise zu gehen, dem steht künftig die Tür dazu weit offen: In einer digitalen Bibliothek können alle Mitarbeiter in verschiedensten Themengebieten über ihren Fachbereich hinaus schnuppern.

Nicole Klein-Weiland

Vom Kollegen zum Beobachter

Im Fachmagazin PRÄVENTION AKTUELL, Ausgabe 03/2018 erschien nachfolgender Praxisbericht über die besondere Arbeitssicherheits-Philosophie bei „Angus Chemie“ –  realisiert mit Unterstützung durch sam® (Wiedergabe erfolgt mit freundlicher Genehmigung durch die Redaktion):

Das Unternehmen Angus Chemie im westfälischen Ibbenbüren hat US-amerikanische Wurzeln. Das beeinflusst nicht zuletzt den Arbeitsschutz.

Text: Franz Roiderer                          Fotos: Andreas Arnold

Die Ruhe selbst: Anlagenfahrer Reinhard Welp

Reinhard Welp hat alles im Blick. Er ist der „Operator“ und „fährt“ heute die gesamte Anlage. Konzentriert sieht er auf die vielen Monitore vor ihm und lässt sich durch nichts stören. Sie zeigen ihm, grafisch aufbereitet, jeden Prozess, der sich im Werk der Angus Chemie im Ibbenbüren in Westfalen gerade zu trägt.

Angus Chemie? Haben Sie nie gehört? Vermutlich. Die Firma stellt sogenannte Zwischenprodukte her, die andere Unternehmen für ihren Produktionsprozess benötigen. Beispielsweise Zusatzstoffe für Farben, Kosmetikprodukte oder Medikamente.

Die „Aminoalkohole“, die Angus Chemie herstellt, sind ätzend und zum Teil wassergefährdend. Auch die Rohstoffe wie Formaldehyd, die dabei verwendet werden, sind Gefahrstoffe. Der Gefahrstoff-umsatz des Werkes liegt oberhalb der sogenannten Mengenschwelle und daher unterliegt es der Störfallverordnung. Deshalb müssen besondere Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der Bevölkerung getroffen und bei Störfällen die Behörden sofort unterrichtet werden.

Zentrale: Von hier aus wird das Chemiewerk gesteuert

Kein Wunder, dass das Unternehmen eine umfassende Sicherheitsphilosophie verfolgt. Drei Ziele haben dabei höchste Priorität: „Kein Unfall mit Ausfalltagen“ – „Kein Vorfall in der Prozesssicherheit“ ­ – „Keine Produktfreisetzungen“.

Für das erste Ziel vertraut Angus Chemie auf eine im deutschen Arbeitsschutz nicht vorgesehene, aber spannende Maßnahme, das sogenannte „BBP“. Die Abkürzung steht für „Behavior Based Performance“, auf Deutsch bedeutet das so viel wie „verhaltensorientierte Arbeitsleistung“. Dabei handelt es sich um die kontrollierte Beobachtung von Kollegen durch Kollegen. Das geschieht nicht etwa heimlich hinter dem Rücken der Betroffenen, sondern ganz offen nach den Motto: „Du, lieber Kollege, ich werde dich jetzt die nächsten Minuten bei der Arbeit beobachten.“

Der Beobachter wird währenddessen zum „BBP Observer“. Als solcher arbeitet er eine Checkliste ab. Beispielsweise sind die benutzten Werkzeuge situationsangemessen? Werden bei Tankwagen Unterlegkeile benutzt? Dann gibt er die Ergebnisse anonym ins digitale Arbeitsschutzmanagementsystem des Unternehmens ein. Dort werden sie ausgewertet und, wenn nötig, das Gespräch mit dem im entsprechenden Bereich beschäftigten Mitarbeitern gesucht.

Es verwundert wenig, bei Angus Chemie überall englischen Begriffen zu begegnen, die Firma ist schließlich aktuell eine Tochterfirma eines amerikanischen Unternehmens und gehörte noch bis 2015 zum größten Chemiekonzern der USA, der damaligen Dow Chemical. Die Beschäftigten lernen dadurch auch eine Arbeitsschutzkultur kennen, die andere Akzente setzt.

Natürlich ist das deutsche Arbeitsschutzrecht auch für Angus Chemie maßgebend, die Normen und Regeln lassen dennoch Spielraum für andere Konzepte. BBP ist eines davon und gehört zu einer umfassenderen Strategie, die sich „BBS“ nennt und für Behavior­-Based Safety, also für eine verhaltensorientierte Arbeitssicherheit steht.

BBS hat sich in den USA als Umsetzung verhaltenswissenschaftlicher Grundlagen entwickelt. Es umfasst fünf Prinzipien:

    1. Richtiges Verhalten wird vorher eindeutig festgelegt. Zum Beispiel: Ich benutze nie eine Stehleiter als Anlegeleiter.
    2. Das Verhalten wird beobachtet.
    3. Die Beschäftigten erhalten kritisches Feedback.
    4. Ziele zur Verhaltensänderung werden festgelegt.
    5. Die Verhaltensänderungen werden positiv verstärkt, beispielsweise durch Lob oder Gratifikationen.

Wilfried Hasken verantwortet den Arbeitsschutz bei Angus Chemie

Das systematische Beobachten der Kollegen untereinander ist für deutsche Verhältnisse ungewöhnlich. Delegiert der Unternehmer damit nicht die Verantwortung für den Arbeitsschutz auf die Mitarbeiterebene und damit von sich weg? Wird durch die gegenseitige Überwachung am Ende Misstrauen unter den Kollegen geschürt? „Nein“, sagt Wilfried Hasken, verantwortlich für den Arbeitsschutz bei Angus Chemie, „darum geht es nicht. Jeder kontrolliert, jeder wird kontrolliert und das alles geschieht nicht heimlich. Die Methode ist allen bekannt und transparent.“ Die Belegschaft, achtete dadurch stark auf die Sicherheit, so seine Erfahrung. Das zahlt sich am Ende für alle aus. Für die Firma und die Mitarbeiter: Seit 6650 Tagen sind die rund 70 Beschäftigten in der Chemiefabrik ohne meldepflichtigen Arbeitsunfall.

In der deutschen Arbeitsschutzkultur werden Sicherheitsaspekte an eine Person „ausgelagert“, an den Sicherheitsbeauftragten. In der BBS-Kultur sind sozusagen alle Mitarbeiter Sicherheitsbeauftragte. Und die agieren mit hoher Schlagzahl. „Wir erwarten von jedem Beschäftigten mindestens eine Beobachtung pro Monat“, sagt Hasken. Die Beobachtungen werden ein digitales Arbeitsschutzmanagement-System eingegeben, das Hasken nur „unser Tool“ nennt.

Hier beginnt der Bereich, in dem explosionsfähige Atmosphären auftreten können.

„Wir wollen, dass unsere Mitarbeiter auch den kleinsten Schnitt in den Finger eingeben“, sagt Hasken. Die kleine Wunde könnte sich später entzünden und zum ernsthaften Problem werden. „Das ist dann ein Arbeitsunfall und deshalb brauchen wir eine lückenlose Dokumentation.“ Auch hier ist für Hasken der Aspekt der sozialen Kontrolle wichtig. „Wenn jemand zum dritten Mal hört: ‚Hast du deinen Finger schon eingetragen?’, dann macht er das auch.“

Das Tool, das Hasken anspricht, ist ein umfassendes digitales Arbeitsschutzmanagementsystem, das die Mitarbeiter einbezieht. Nahezu alle relevanten Vorgänge können und sollen dokumentiert werden, beispielsweise die sogenannten „Produktaustritte“. Das ist das Damoklesschwert, unter dem jedes Chemieunternehmen arbeitet: Irgendeine Leitung weist plötzlich eine undichte Stelle auf und Gefahrstoffe treten aus. Nicht jeder dieser Zwischenfälle unterliegt der Störfallverordnung und muss den Behörden gemeldet werden. Aber Angus Chemie will auch die kleinsten Pannen dokumentieren, um die Ursachen zu analysieren und für Abhilfe zu sorgen.

Das System hält auch elektronische Unterweisungen für sämtliche Arbeitsplätze und -bereiche bereit. Diese dienen bei Angus Chemie vor allem zur Unterstützung bei der persönlichen Unterweisung der Mitarbeiter. Hasken erwähnt das Beispiel Hochdruckarbeitsplätze: „Wenn in den USA ein neuer Mitarbeiter anfängt, würden ihm vermutlich 20 Seiten über Arbeitsschutz im Hochdruckbereich in die Hand gedrückt und erwartet, dass er das liest und am nächsten Tag anfängt.” Das deutsche Arbeitsrecht erlaubt das nicht, die persönliche Unterweisung steht immer an erster Stelle. „Das ist auch gut so“, sagt Hasken. Er spricht mit dem neuen Mitarbeiter und legt ihm die Gefahren einer Hochdrucklanze plastisch dar: „Wenn du mit dem Ding deinen Fuß triffst, bleiben nur die Knochen übrig, alles andere ist weg.“ Das merkt der neue Kollege sich ein für alle Mal“, ist Hasken überzeugt.

Angus Chemie verwendet das EHS-Dokumentations- und Unterweisungssystem „sam*“ des Softwareunternehmens „secova“. Weitere Informationen dazu unter www.secova.de

sam* enthält auch Module zur Mitarbeiterbeteiligung. Die Beschäftigten sind aufgefordert, Verbesserungsvorschläge einzugeben, zum Produktionsablauf, aber auch zur Arbeitssicherheit. Er zeigt einen Eintrag im System: „Verbindung Lagerhalle 1 zu Lagerhalle 4, schlechte Übersicht bei Staplerverkehr, schon einige Beinaheunfälle. Vorschlag: An beiden Seiten der Durchfahrt Spiegel anbringen.“ Die zuständigen Gremien im Betrieb bewerten dann den Vorschlag. „Dieser ist mittlerweile genauso umgesetzt“, sagt Hasken.

Für den Leiter der Arbeitssicherheit zeugt dies davon, dass in seinem Werk eine umfassende Sicherheitskultur gelebt wird und auch das Management-Tool akzeptiert wird. „Es wird ständig benutzt und jeder weiß, dass die Einträge ernstgenommen werden.“